Im Zentrum des Projekts steht die Untersuchung von Wasser als dynamisches System – nicht als Motiv, sondern als verhaltensbasierte Struktur.
Die eigene künstlerische Praxis bewegt sich an der Schnittstelle von Fotografie/Vidoe, algorithmischen Verfahren und prozessbasierter Bildentwicklung. Ausgangspunkt sind reale Bildfragmente, die durch digitale Systeme und gezielte Eingriffe transformiert und in offene, sich selbst weiterentwickelnde Strukturen überführt werden.
Bad Gastein bildet hierfür einen präzisen Kontext: ein Ort, an dem natürliche Kräfte, technische Infrastruktur und historische Architektur unmittelbar ineinandergreifen. Wasser erscheint hier zugleich als physische Präsenz und als steuernde Energie – sichtbar in Strömungen, Verdichtungen und atmosphärischen Zuständen.
Diese Bedingungen werden nicht abgebildet, sondern in einen visuellen Prozess übersetzt. Ausgangspunkt sind ortsspezifische Aufnahmen von Strömungen, Dampf, Reflexionen und Oberflächen, die als Ausgangsmaterial in eine mehrstufige Transformation überführt werden.
Durch Fragmentierung, algorithmische Verfahren, KI-basierte Systeme und manuelle Eingriffe entstehen Bildzustände, die sich in zirkulären Prozessen kontinuierlich verändern. Das Bild ist dabei kein fixes Ergebnis, sondern Teil einer fortlaufenden Entwicklung.
Die Arbeitsweise folgt einer Logik, die strukturelle Parallelen zum Verhalten von Wasser aufweist: instabil, adaptiv und ohne festen Endpunkt. Kontrolle wird dabei bewusst teilweise abgegeben, um systemische Eigenbewegungen sichtbar zu machen.
Die resultierenden Arbeiten manifestieren sich medienübergreifend – als Drucke, bewegte Bildsequenzen oder räumliche Projektionen. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Bild, Bewegung und Material.
Inside the Flow versteht sich als ortsspezifische Weiterentwicklung dieser Praxis und untersucht, wie sich natürliche Dynamiken und digitale Systeme gegenseitig bedingen – und wie sich Bildgenese unter diesen Bedingungen neu formulieren lässt.